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Kampf der Titanen: Notability gegen GoodNotes (Update)

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Gesucht: Die beste Notizenapp für Lehrer

Notability GoodNotesHeute begebe ich mich einmal auf ein gefährliches Terrain, ich wage mich an einen Vergleich der beiden Marktführer aus dem Bereich Notizenapps mit der Zielsetzung, die beste Notizenapp für Lehrerinnen und Lehrer zu finden. Gefährlich ist dieses Unterfangen deshalb, weil sich bei diesem Thema inzwischen ähnlich festgefahrene, beinahe schon ideologisch geprägte Fangruppen gebildet haben, wie man sie bisher z. B. vom Konkurrenzkampf zwischen Windows und Mac OS oder Android und iOS kannte. Dennoch werde ich am Ende zu einem eindeutigen (zweideutigen) Ergebnis kommen.

Eines vorneweg: Beide Apps sind ganz hervorragende und leicht zu bedienende Notizenapps, die sich qualitativ von allen anderen Notizenapps, die ich bisher getestet habe, und das sind einige, deutlich absetzen. Doch beide Apps setzten dennoch eigene Schwerpunkte. Grundsätzlich verfügen beide über die notwendigen Werkzeuge, Notizen handschriftlich oder über eine Tastatur zu erfassen und zu verwalten, beide können Fotos einfügen, PDFs importieren, Notizen über die iCloud synchronisieren usw. Mehr zu den einzelnen Funktionen könnt ihr, wenn ihr wollt, ja in meinen Appbeschreibungen (Notability, GoodNotes) nachlesen.

Im Folgenden gehe ich deshalb nur auf die wesentliche Unterschiede zwischen beiden Apps ein.

Vorteil Notability

Notability glänzt mit seinen hervorragenden Notizenfunktionen. Im Unterschied zu GoodNotes kann Notability während der Eingabe von Notizen auch Audioaufzeichnungen erstellen, welche später an gleicher Stelle wieder abgehört werden können. Tipp man dabei auf ein bestimmtes Wort, wird direkt die Stelle der Audioaufzeichnung abgespielt, welche zum Zeitpunkt des Schreibens aufgezeichnet wurde. So lässt sich eine Unterrichtsstunde quasi noch einmal im Original verfolgen. Allerdings funktioniert diese direkte Verbindung von Text und Ton nur, wenn der Text per Tastatur eingegeben wird und ist auch aus datenschutzrechlichen Gründen höchst bedenklich.

Ein weiterer Vorteil von Notability ist die automatische Dropboxsynchronisation. Bei GoodNotes bleibt dazu nur der Umweg über eine weitere App wie z. B. GoodReader oder die Synchronisation via iCloud.

Der nächste große Vorteil für Notability ist die Art und Weise, wie Text über die Tastatur eingefügt werden kann. Im Unterschied zu GoodNotes, welches Text immer nur als Textfeld einfügt, behandelt Notability Text als Fließtext. Für die Praxis bedeutet das, dass der Text automatisch um Bilder herumfließt und nicht als eigenes Objekt erscheint. Das erleichtert die Arbeit doch deutlich, spart Zeit und die Ergebnisse sind deutlich ansehnlicher.

Einen weiteren Punkt gibt es bei der Texteingabe noch zu Gunsten von Notability zu erwähnen, nämlich die Art und Weise wie die beiden Apps mit einzelnen Seiten umgehen. Notability "hängt" einfach alle Seiten untereinander, sodass in der Praxis unendlich lang nach unten geschrieben werden kann, während GoodNotes immer nur eine einzelne Seite anzeigt. Ist diese voll, muss der Lehrer immer auf den langsamsten Schreiber warten, bevor er zu einer neuen Seite wechseln kann, während er bei Notability einfach "über das Seitenende hinweg" schreiben kann, ohne einen Seitenwechsel durchführen zu müssen. Möchte man allerdings wirklich nur eine einzelne Seite, wie z. B. ein einzelnes Bild oder ein Arbeitsblatt, anzeigen, klappt das bei GoodNotes deutlich besser, da bei Notability immer entweder oben oder unten die nächste Seite "ins Bild rutscht".

Und noch einen eindeutigen Vorteil für Notability gibt es, gibt es doch für die App ein gleichnamiges Tool für den Mac. Zwischen beiden werden die Notizen auf Wunsch automatisch synchronisiert, sodass der Unterricht problemlos auch direkt auf dem heimischen Mac vorbereitet werden kann. Der Funktionsumfang der Mac-Version entspricht dabei dem der App.

Vorteil GoodNotes

Nun zu GoodNotes: Hier sehe ich wenigstens zwei große Vorteile. So besitzt die App die Fähigkeit, zwei unterschiedliche Displays anzusteuern. An einem Beispiel wird deutlich, wie sinnvoll diese Fähigkeit für den Unterricht ist. Nutzt der Lehrer sein iPad z. B. zur Erstellung eines Eintrags oder zur Bearbeitung eines Arbeitsblatts, spiegelt er in der Regel per AirPlay den Bildschirminhalt seines iPads auf einen PC (per Airserver) oder einen Apple TV, sodass seine Notizen parallel auch auf einem Beamer angezeigt werden. Im Unterschied zu Notability, welches auf dem Beamer absolut das identische Bild zeigt, das auch auf dem iPad angezeigt wird, blendet GoodNotes alle Bedienelemente und die Zoom-Box für die handschriftliche Texteingabe auf dem gespiegelten Bild einfach aus. An der Wand erscheint so nur der Text oder das gerade bearbeitete Arbeitsblatt, ohne dass die Hälfte des Bildschirms verdeckt wird. So bleibt mehr Platz für Inhalte, die Schüler behalten viel besser den Überblick und werden nicht durch Schaltflächen, Werkzeuge, Zoom-Box usw. abgelenkt bzw. haben auch mehr Zeit für das Übertragen ins Heft.

Doch diese ohnehin schon sehr sinnvolle Funktion ergänzt GoodNotes noch durch eine weitere: Per Tastendruck auf das Schlosssymbol in der Werkzeugleiste lässt sich das zweite, das gespiegelte Display sperren. Dabei friert das Bild einfach ein, ohne dass etwas davon zu bemerken wäre. Der Lehrer oder ein Schüler kann unterdessen auf dem iPad weiter Text eingeben, Bilder einfügen, Aufgaben berechnen usw. Tippt er wieder auf das Schlosssymbol, erscheint der eingegebene Inhalt auch auf dem zweiten Display.

GoodNotes Laser 3Mit dem Update auf die Version 2.2.5 wurde zusätzlich noch eine Laserpointer-Funktion integriert. Nutzt man die Monitorfunktion, das heißt man spiegelt das Bild auf einen weiteren Monitor, erscheint in der Werkzeugleiste dieses neue Werkzeug. Ist es aktiviert, erscheint im Monitorbild immer dort, wo man auf dem iPad auf den Monitor tippt, ein roter Laserpunkt.

Fazit:

Vorweg, beide Apps sind großartig! Allerdings gibt es meiner Meinung nach je nach Einsatzgebiet eindeutig zwei Sieger.

Möchte man in erster Linie eine App, mit der man hauptsächlich Notizen erstellt, Arbeitsblätter bearbeitet oder auch nur im Unterricht mitschreibt, dann ist Notability der Sieger meines Vergleichs. Dafür sprechen die besseren Notizfunktionen, die Anbindung an den Mac und die umfangreicheren Synchronisationsmöglichkeiten.

Gilt es aber, die Inhalte auf einem zweiten Display zu präsentieren, das iPad quasi als Tafel zu verwenden, bleibt eindeutig nur der Griff zu GoodNotes. Die Möglichkeiten der unterschiedlichen Verwaltung zweier Displays lassen hier meiner Meinung nach keine andere Entscheidung zu. Dementsprechend rate ich Lehrerinnen und Lehrern auch zu dieser App.

Kosten:

  • euro gelb 3  GoodNotes 4 - Notizen & PDF; Universalapp
  • euro gelb 2  Notability; Universalapp
  • euro gelb 2  Notability; Universalapp

Links:

  • appstore button   GoodNotes 4 - Notizen & PDF; Universalapp
  • appstore button   Notability; Universalapp
  • appstore button   Notability; Macapp

Mehr Informationen:

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